Energie

Mit dem E-Auto nach Berlin

Ob es denn möglich ist, mit einem elektrisch angetriebenen Kleinstwagen bis nach Berlin zu fahren, hat Peter Renoth ausprobiert. Das soll jetzt kein Ansporn sein, es gibt für diese Entfernung ganz bestimmt geeignetere Verkehrsträger. Aber mit entsprechender Vorbereitung kann man auch so ein Abenteuer wagen. Hier der Bericht!

 

Schon wieder eine neue E-Tankstelle eröffnet

Im März 2015 haben nun auch die Stadtwerke Bad Reichenhall eine E-Tankstelle eröffnet. Das ist grundsätzlich positiv zu bewerten. Aber leider ist hier nicht konsequent und wirklich an den Service für die zukünftigen E-Mobilisten gedacht. Die Ladesäule wurde errichtet, damit die Stadtwerke ihre E-Fahrzeuge -die noch angeschafft werden sollen- auch aufladen können. Deshalb befindet sich die Ladesäule auf dem abgesperrten Betriebsgelände der Stadtwerke, ist also für E-Mobilisten außerhalb der Betriebszeiten nicht erreichbar. Die Benutzung ist vorerst kostenlos, allerdings ist dafür eine Ladekarte erforderlich, die Karte ist während der üblichen Geschäftszeiten im Verwaltungsgebäude zum Freischalten erhältlich. Was vom Klimamanager zur E-Mobilität gesagt wird, ist etwas diffus formuliert. Schön, dass diese Ladesäulen auch deutschlandweit im Forum GoingElectric beworben werden, damit sie auch entsprechend bewertet werden. Wirklich hilfreich sind nur öffentlich zugängliche Ladesäulen, korrekte Bezeichnung der Ladestecker und Lademöglichkeit. Besonders interessant wären hier besonders die CCS-Ladesäulen, bei denen Fahrzeuge blitzartig -etwa 20 Minuten- von 15 bis 85% geladen werden.

Solch eine Ladesäule wäre im Bereich Chiemsee wünschenswert. Diese Anlagen werden großzügig vom Bund gefördert und erfreuen sich großer Beliebtheit. Aber der Südostbayerische Raum hat so etwas anscheinend nicht nötig, So dass E-Mobilisten aus  und nach München keine Chance haben diesen Weg zu nutzen.

Doch Abenteuerer, die den Nervenkitzel lieben, ob die Energie von Bad Reichenhall nach München reicht, oder ob man vorher liegen bleibt; auch Ausflugswillige, die mit dem E-Mobil in die Berge nach Salzburg wollen, können diesen Nervenkitzel auskosten.  In Salzburg, bei "Porsche Salzburg" hat das Unternehmen eine solche CCS-Ladesäule errichtet, die derzeit auch noch frei zugänglich ist, an der noch kostenlos geladen werden kann. Rund um die Uhr. Da sind unsere Nachbarn wesentlich weiter als wir, dort gibt es auch eine wirklich effiziente Förderung für E-Mobile. Bei den großen Worten unserer Kanzlerin und deren verflossenem Verkerhsminister, hätte man das eher in Deutschland vermutet. Da passt der Spruch eines Energieunternehmens ganz gut:

nicht die drei Buchstaben, sondern "die Salzburger, die tun was!"

 

Am Freitag, 19.09.2014 wurde die E-Tankstelle am LRA in Bad Reichenhall eröffnet.

Update zur E-Tankstelle: Funktioniert inzwischen einwandfrei, auch mit dem Typ2-Stecker.

Nach eigener Feststellung etwas holprig. Am Samstag -Tag der E-Mobilität- gleich um 08:30 zur Ladesäule gefahren, um die Schnellladefähigkeit zu testen.

Auf gut Bayerisch:" Es is goar nix ganga!"

Die Schnelladefähigkeit betrifft nur die Fahrzeuge einer einzigen französischen Firma. Mit dem in Deutschland und Österreich üblichen CCS-System, bei dem mit Gleichstrom geladen wird, hat das gar nichts zu tun.

Außerdem wurde angezeigt, dass der Anschluss 2 defekt ist. Das war auch bei der Eröffnung schon so, sollte repariert sein, aber da ist ein Fehler im System. Es gibt ja noch eine zweite Dose vom Typ 2, dort angesteckt wurde angezeigt, dass "Laden mit 32A" nicht möglich ist. Der VW E-UP! hat nur ein Ladegerät eingebaut, das mit maximal 16A geladen werden kann. Üblicherweise wird so etwas von der Ladesäule mit dem Fahrzeug "ausgehandelt". Das geht am Irschenberg, das geht in Grabenstädt, das geht auch in Waging. Am Landratsamt Berchtesgadener Land geht es nicht.

Diese Ladesäule ist ganz akzeptabel für die vielen Mitarbeiter des LRA, die mit dem E-Fahrzeug kommen. Denn während der Arbeitszeit kann das Fahrzeug geladen werden. Für Gäste mit einem E-Fahrzeug aus Frankreich ist das auch hilfreich. Gäste mit deutschen E-Fahrzeugen haben davon leider gar nichts. Ein etwas holpriger Start in die E-Mobilität!

Wenn die Tourismusregion nun auch Gäste mit E-Mobilen anziehen könnte, wäre das ein gutes Zeichen. Wenn also "richtige" Ladesäulen dort angebracht sind, wo sich der Gast einige Stunden aufhält. Zum Beispiel in der Stadt Bad Reichenhall. Aber dort ist nichts, nicht meinmal eine Auskunft, wann dort eine Ladesäule installiert wird. Am Parkplatz Königssee hat jemand eine Ladesäule installiert, der vermutlich noch nie mit E-Mobilität zu tun hatte. Aufklärung tut not, hier ist noch ein weites Feld zu beackern.

Das Feld muss auch für die Infrastruktur noch sehr intensiv beackert werden: Während man von München aus in alle Richtungen -in fast alle Richtungen- eine recht gute Infrastruktur mit CCS-Schnellladesäulen hat, geht von München nach Südostoberbayern gar nichts. Es gibt diese Ladestationen, wo man sein E-Fahrzeug in ca 30 Minuten aufladen kann, Richtung Frankfurt, Richtung Berlin, sogar in die Oberpfalz, aber nicht in unsere Ferienregion. Mit üblicher Fahrweise sind 120 bis 140 Kilometer ohne Aufladung möglich. Wenn das Fahrzeug in München vollgeladen ist, erreicht man möglicherweise Salzburg, dort ist die nächste Schnelladestation. Bei uns ist in der Hinsicht Wüste. Mit einer CCS-Station nähe Rosenheim, wie sie üblicherweise alle 80-90 km Richtung Berlin errichtet wurde, wäre dem E-Mobilisten jede Möglichkeit offen, auch unsere Region zu besuchen. Aber darüber hat sich anscheinend noch niemand Gedanken gemacht, wozu auch. Deshalb fährt der Gast auch zur nächsten CCS-Station in Salzburg, denn die wird dem interessierten E-Autofahrer angezeigt. Und nicht zu uns, wo er möglicherweise 4 bis 5 Stunden laden muss.

 

 

Der Kreistag des Landkreises Berchtesgadener Land hat beschlossen, dass der Landkreis bis zum Jahr 2030 "energieautark" sein soll. Inzwischen wird man auch dort festgestellt haben, dass das Ziel -so auf jeden Fall- nicht zu erreichen sein wird.

 

Inzwischen wurde auch in öffentlicher Sitzung vom 25.08.2014 das Investment der Gemeindewerke Bayerisch Gmain in eine Windkraftanlage Mautitz, in Höhe von 500.000€ behandelt. Für die Gemeinderäte der FWG ein überraschendes Ereignis. Während bei der Sitzung am 21.07.2014 von uns verlangt wurde, dazu eine Grundsatzentscheidung in öffentlicher Sitzung zu beschließen, wurde das damals vom Bürgermeister abgelehnt. Jetzt hat der Bürgermeister in der Sitzung am 25.08.21014 zu der Angelegenheit auf die Nachfrage "warum der Punkt jetzt doch öffentlich behandelt wird, obwohl immer noch kein Vertragsabschluss erfolgte"  dazu wörtlich bemerkt:

Wie man es macht, ist es verkehrt

Nach Meinung der FWG war es verkehrt, das Thema erst nichtöffentlich zu behandeln und zu beschließen, oder es war verkehrt das Thema noch vor Vertragsabschluss jetzt öffentlich zu behandeln.

Es war also auf jeden Fall verkehrt, wie man es auch dreht und wendet

Ein weiterer Punkt in Sachen Energie ist die Energieallianz Bayern, wo auch ganz unten die Gemeinde Bayerisch Gmain als Gesellschafter aufgeführt ist, viel weiter unten als die Max-Aicher GmbH & Co.KG. Die Ziele dieser Energieallianz, unabhängiger vom Energiemarkt zu werden, kann die FWG auf diesem beschrittenen Weg nicht erkennen. Denn eine Beteiligung an der Erzeugung regenerativer Energien -irgendwo auf dieser Welt, oder auch in Deutschland- bringt möglicherweise gute Einnahmen. Es bedingt aber auch, die Energie an den Netzbetreiber, oder ab 2015 -laut EEG 2014- an den Direktvermarkter zu liefern.

Man stelle sich das Bild vor, wie der Oberbayer mit Wadlstrümpf und Haferlschuh an die Ostsee wandert, und sich einen Rucksack Strom dort holen will!

Diese Energieallianz Bayern ist verantwortlich für das Projekt "Jochberg", für jeden echten Oberbayern ein absolutes No-Go

Das Projekt wurde inzwischen von Horst Drehhofer vorerst gestoppt. Aber ein ganz fatales Signal wäre es, wenn die Grünen diese Energieallianz Bayern finanziell auch noch unterstützen würde. Obwohl die "Grünen" in Bayern/Oberbayern dem Projekt sehr ablehnend gegenüberstehen, wird es von einzelnen Ortsverbänden ganz offensichtlich sehr posititv gesehen

Ganz aktuell, Ausstellung über E-Mobilität am Landratsamt Berchtesgadener Land

"Vom Informationstag bis hin zur Ladestation für jedermann" heißt es im Reichenhaller Tagblatt. "Schön, dass wir mal darüber geredet haben" war ein geläufiger Ausspruch der Alt-68er, der einem dazu ganz spontan einfallen könnte.

Die FWG Bayerisch Gmain wird diese Ausstellung besuchen, und dann weiter darüber berichten, was wirklich im Landkreis geschieht. Mit gutem Beispiel vorangehen, sagte sich FWG-Vorsitzender Peter Renoth, und wagte den Umstieg auf ein Elektro-Mobil. Es ist faszinierend, wie praktisch diese E-Mobile inzwischen geworden sind. Nur fehlt es noch an der nötigen Lade-Infrastruktur. Und da ist der Raum Südostoberbayern absolute Wüste. Während man von München aus fast unbegrenzt mit dem E-Mobil unterwegs sein kann, gibt es zwischen Salzburg und München keine einzige CCS-Schnellladestation. Mir han mir, und da dahoam?

Und diese CCS-Schnelladestationen sind die einzige Möglichkeit, die meisten E-Mobile in erträglicher Zeit zu laden. Denn auch E-Mobilisten haben einen Terminkalender. Da trinkt man gerne eine Tasse Kaffee, nur dann muss es wieder weiter gehen. Aber die praktische Handhabung erlernt man nur im täglichen Gebrauch, und welcher Verantwortliche Rufer nach E-Mobilität ist denn schon auf ein E-Mobil umgestiegen?

Es würde den Tourismusorten im Landkreis sicher gut stehen, dazu eine Infrastruktur aufzubauen. Es können auch ganz normale Ladesäulen sein, wenn der Gast mit seinem E-Mobil am Königssee 4 Stunden steht, oder so einen Zeitraum in Bad Reichenhall verbringt, oder eine Bergtour unternimmt. Es gibt aber als Serienfahrzeug nur den BMW und VW E-Golf, der die Strecke von München aus eventuell schafft. Und der fährt zum Laden dann nach Salzburg, und nicht in die emobile Infrastrukturwüste Südostoberbayern. Hier bedarf es einer ganz gewaltigen Anstrengung, dass wir da nicht wieder die rote Laterne hoch halten müssen.

Wer weiter in die Materie einsteigen will, kann sich bei "GoingElectric" wirklich umfassend informieren und echte Benutzer-Erfahrungen nachlesen

 

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